January 24, 2006

Von Vientiane bis Don Det

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Unter den dutzend Muecken, die mich waehrend meines letzten Internetauftritts belaestigt hatten, war anscheinend kein 'Malariatraeger' dabei. Und so habe ich die Ehre, mit meinem Tagebuch fortfahren zu koennen.

Von Vientiane, der Hauptstadt der P.D.R. Laos, sowie von Fabrizio, meinem dreiwoechigen italienischen Reisegefaehrten, habe ich mich am Morgen des 4. Januar verabschiedet. Auf ging's mit dem local bus Richtung Sueden, ins 400km entfernte Savannaketh. Ausser der franzoesischen Kolonialbauten sowie meiner, gluecklicherweise nur einen Abend andauernden, Magenbeschwerden gibt es ueber den Ort nicht viel zu berichten.
So bin ich am naechsten Tag weitergereist nach Pakse, weiterhin Richtung Sueden haltend. In der Stadt selbst gibt es an sich nicht viel zu sehen, weshalb ich ziellos durch die Strassen laufe. Auf einmal kreuzen sich zwei meiner Gedanken: ich sehe den Friseurladen auf der gegenueberliegenden Strassenseite UND ich fuehle, wie mir der Schweiss von der Stirn runterlaeuft. Also gehe ich rueber und versuche zu erklaeren, ob sie mir nicht die Haare EIN WENIG verschneiden koennten. Ich zeige extra noch mit dem Finger EIN WENIG. Dann rauf auf den Stuhl, Kopf nach vorn uebergebeugt, Wasserschlauch aufgedreht, kurz mit nem Lappen trockengerieben und dann schneidet er los. Ich achte eigentlich gar nicht so unbedingt drauf. Als er fertig ist, denke ich mir dann aber: 'Ja, haetteste mal ruhig ab und zu einen Kontrollblick geworfen.' Ich renne jetzt zwar nicht mit einer Glatze durch die Gegend, nein 5 cm sind schon noch drauf. Jedoch sieht der Haarschnitt irgendwie bescheuert aus. Wie benommen druecke ich dem Kerl die 10.000 Kip (1 US) in die Hand und schleiche mich aus dem Laden. Immerzu rede ich mir ein, dass der Haarschnitt ja auch durchaus seine guten Seiten hat. So schwitze ich zum Beispiel nicht mehr ganz so doll und die Gefahr, von Laeusen befallen zu werden, ist um Einiges geringer. Doch mit den schlechten News fuer heute noch nicht genug. Als ich an einem Tennisplatz vorbeikomme, dem ersten, der mir auf meiner Reise in Asien begegnet ist, muss ich leider feststellen, das von meinen einstigen Faehigkeiten, den Tennissport bezogen, nicht viel uebrig geblieben ist.
Von Pakse aus habe ich mich dann fuer ein paar Tage in ein kleines Dorf namens Thad Lo gewagt. Nach Staedten wie Vientiane, Savannaketh oder Pakse brauchte ich mal wieder ein wenig doerfliche Atmosphaere. Trotzdessen, dass es in Thad Lo nur ein paar Wasserfaelle und, entlang des Flusses hier und dort Stellen zum Schwimmen gab, habe ich es ziemlich genossen. Tagsueber findet man Zeit fuer sich (da es hier wie gesagt nichts weiter zu sehen gibt) und am Nachmittag oder speziell den gesamten Abend treffen sich dann alle Traveller (so viele sinds ja dann nicht) in den Bambus-Restaurants. Sodass man doch noch gerade genug Geselligkeit hat.
Das Essen in Thad Lo war einer der Gruende, weil ich gerne noch laenger geblieben waere. Doch immer den Datumsstempel im Reisepass vor Augen, an dem mein Laos-Visa auslaeuft, musste ich die Reise fortsetzen. So stand als naechstes der am Mekong gelegene Ort Champasak auf dem Programm und mit ihm ein wenig Kultur. 11km suedlich von Champasak liegt Wat Phu (Huegeltempel). Dieser Tempel, bzw. heute seine Ruinen, ist am Hang eines Huegels erbaut. Nun bin ich zwar kein Historiker, Archaeologe oder Bauzeichner, als dass ich diesen Tempel als etwas Besonderes deuten wuerde. Fuer mich als Laien ist es halt einer unter vielen. Jedoch ist er deshalb so interessant, weil er als Prototyp fuer Angkor Wat gedient haben soll. (Angkor Wat befindet sich in Kambodscha, ist das groesste religioese Gebaeude der Welt und liegt mit Bestimmtheit auf meiner Reiseroute...)
Das kulturelle Pflichtprogramm wahrlich genossen, wollte ich nun meine letzten Tage in Laos in einer Haengematte auf Don Det verbringen. Zunaechst ein paar Worte ueber die geografische Beschaffenheit von Don Det. Das Land Laos bezeichnet sich als 'Perle des Mekong'. Vom Norden bis in den Sueden, fast ueberall begegnet einem der 'Mighty Mekong'. Und hier, im suedlichsten Zipfel des Landes, nahe der kambodschanischen Grenze, weitet sich dieser Fluss auf stattliche 13km in seiner Breite aus und formt ein riesiges Spinnennetz bestehend aus 4.000 Inseln, wovon drei ein wenig groesser und damit zum Bewohnen geeignet sind. Und eine dieser drei groesseren Inseln ist eben Don Det. Nachdem in meinem Gaestehaus/Bungalowanlage aber vorrangig Englaender verkehrten und weniger gemischtes Publikum, waren mir die Gespraechsthemen zu einseitig bzw. zu ManU- und Liverpool-lastig Kann sein, dass noch ueber andere Sachen geredet wurde. Da mir das Englisch aber zu schnell war (Muttersprachler untereinander), hab eh nicht so oft hingehoert. Oben drauf kam dann noch dazu, dass das Gaestehaus von einem Englaender geleitet wird, oder wie er gesagt hat : ‘I run this place’ (Ich schmeisse den Laden). Und wie er ihn geschmissen hat konnte man an seinem taeglichen Alkoholkonsum ableiten. So war es auch kein Wunder, dass wir beim Auschecken festgestellt haben, dass ploetzlich genau die Seite in dem Heft herausgerissen war, auf dem ich meine verzehrten Speisen und Getraenke immer notiert hatte. Aber ich bin ein ehrliches Herz und habe es zu 95% rekonstruieren koennen. Mit diesem Absatz soll sich die Nation der Englaender um Gottes Willen nicht beleidigt fuehlen. Jedoch koennen zu viele von einer Sorte auch ziemlich anstrengend sein.
Von Don Det und den 4.000 Inseln aus war es nun nur noch ein Katzensprung bis nach Kambodscha, deren Berge man schon auf der anderen Seite des Mekong ausmachen konnte. Doch von der Einreise nach Kambodscha berichte ich das naechste Mal.


Posted by Sascha at January 24, 2006 09:41 AM
Comments

Kurzen Gruss aus Lanzarote,
hast Du auch den Mekong-Whisky probiert???

Joerg ;-)

Posted by: Jorge at January 28, 2006 10:05 AM