Zum Bild:
Das Bild bezieht sich auf das Tubing auf dem Fluss in Vang Vieng, im Vordergrund meine Fuesse, im Hintergrund Fabrizio, der Italiener.
Zur Reise:
Weihnachten ist vorrueber, und ich habe meine Reise durch Suedostasien weiter fortgesetzt.
Rumgeprahlt hatte ich ja beim letzten Mal, dass ich doch den Night Market aufsuchen und grossartig fuer allemann Geschenke mitbringen wollte. Tja, den Night Market habe ich dann auch nicht ausgelassen, doch fuer den Souvernirkauf konnte ich mich irgendwie nicht begeistern. Erstens, weil die richtigen Dinge einfach nicht dabei waren und zweitens, weil ich sie denn nicht die ganze weite Reise ueber im Rucksack rumschleppen moechte. So verlagere ich den 'Grosseinkauf' nach hinten, nach Bangkok. da halte ich auf dem Weg Richtung Singapur eh noch mal kurz an. Vielmehr war ich auf dem Markt damit beschaeftigt, mein Zelt gegen andere Dinge einzutauschen. Das Zelt stammte noch von der Suedamerikareise, wo ich es bereits beim Camping auf der Isla del Sol (Titicaca See) benutzt hatte.Iich habe es von Deutschland aus mit nach Asien genommen. Mittlerweile ist mir zelten zu anstrengend und so wollte ich es halt loswerden. Doch niemand hat sich dafuer interessiert. Erst habe ich es beim T-Shirt-Haendler versucht, dann beim Kamera-Shop gegen eine einfache Kamera, ja sogar gegen eine Gitarre wollte ich es eintauschen, doch immer ohne Erfolg. bis ich letztendlich eine Travel Agency gefunden habe. der Eigentuemer hat freudestrahlend geguckt. das Zelt ist ein Importartikel, und alles was nach Laos importiert wird, kostet eine Menge Geld, es sei denn man kauft es von Reisenden ab. So habe ich am Ende 15 US in Cash eingefahren. Beide Parteien sind happy, mein Rucksack ein gutes Stueck leichter UND leerer.
am zweiten weihnachtsfeiertag haben wir uns mit fabrizio wieder losgerappelt und sind vom angenehm warmen Luang Prabang ins doch merklich kaeltere Phonsavan gereist. Die Busfahrt hat den gesamten Tag in Anspruch genommen, etliche hundert Serpentinen haben wir hinter uns gelassen. Als wir frueher mit Leos und meiner Familie immer nach Bulgarien gefahren sind, da musste ich spaetestens in Zinnwald erbrechen, da mir von der Fahrt in den Bergen uebel wurde. Mittlerweile macht es mir aber nichts mehr aus. Ganz im Gegensatz zu den 40 Einheimischen hier in dem Bus nach Phonsavan. Jeder von ihnen hat vor der Fahrt vom Busfahrer eine kleine durchsichtige Plastiktuete in die Hand gedrueckt bekommen, von der sie waehrend der Fahrt auch fleissig Gebrauch machen. Wenn sie die Tuete vollgespuckt haben, wird sie einfach aus dem Fenster geworfen und machen mit der naechsten Tuete weiter. Nun bin ich aber nicht nur nach Phonsavan gereist, um diese Busfahrt mitzuerleben, sondern galt es naehe Phonsavan noch alte und neue Geschichte zu entdecken. Alte Geschichte bezieht sich auf die 'Plain of Jars', die 'Ebene der Tonkruege'. Dort befinden sich ca. 1.000 dieser Kruege ueber ein grosses Gebiet zerstreut, wovon manche einen Durchmesser von etwa zwei Metern haben und bis zu einer Tonne wiegen. Rumliegen tun sie dort seit 1.500 Jahren. Wie diese Kruege dort hinkamen und welche Aufgabe sie erfuellten, darueber streiten sich derzeit die Archaeologen. Phonsavans Neue Geschichte soll sich auf ein dunkleres Kapitel beziehen. Man braucht nicht weit von Phonsavan entfernen, dass man hier und dann riesige Loecher im Erdreich findet. Diese sind Bombenkrater und resultieren aus der Zeit des Vietnam-Krieges. Um die Nachschubwege des Ho-Chi-Minh-Pfades zu stoeren, hat der Ami damals ueber jenem Gebiet mehr Bomben als irgendwo anders abgeworfen. Bis zum heutigen Tage sind in der Region um Phonsavan sowie weiter im Suedosten des Landes viele Gebiete noch immer mit unexplodierten Streubomben verseucht. So z.B. auch die Ebene der Tonkruege, wo man sich nur innerhalb der gesaeuberten Bereiche bewegen sollte. Die Menschen, die hier leben, haben allerdings keine Wahl und muessen, um nicht zu verhungern, jeden Tag raus aufs Feld, den Reis bestellen. Jedes Jahr gibt es an die hundert Todesfaelle, die Zahl der Verletzten ist weitaus hoeher.
Von Phonsavan ging unsere Reise dann nach zwei Tagen weiter, nach Vang Vieng. Wir schreiben mittlerweile den 28. Dezember, bis Sylvester sind es nur noch ein paar Tage. Vang Vieng ist, wie so viele andere Orte in Laos, am Fluss gelegen. Das Klima ist sehr warm und die Verkehrsanbindung gut. Somit finden sich auch bequemere Reisende (ich moechte das Wort 'faul' nicht verwenden) ein. Hierzu zaehle ich z.B. die wassersport-, strand- und sonnenfanatischen Nationen der Australier und Israelis. Wenn man sie in schwerzugaenglichen Regionen oder kalten und sonnenarmen Gebieten nur selten antrifft, dann weil sie ihre Zeit vermehrt an den Straenden dieser Welt verbringen. Wir haben uns mit Fabrizio dann Schlaeuche von gebrauchten Autoreifen gemietet und sind damit dann fuer ein paar Kilometer den Fluss heruntergeschwommen. Entlang des Flussufers haben die Einheimischen Bars errichtet. Den ganzen Tag ueber schallt es Bob Marley oder die Red Hots aus den Lautsprechern. Wem die Sache mit dem Bier in der Bar sitzen zu langweilig ist, der spielt nebenan Beachvolleyball oder stuerzt sich aus ca 7-10 Metern von einem Baum, an einem Bungeeseil haengend, direkt in den Fluss, welches die eigentliche Hauptattraktion dieser Flussfahrt darstellen soll. Ich habe das genau zweimal gemacht. Das war genug Adrenalinschub fuer den Rest meiner Reise.
Dann war irgendwann der 31. Dezember und ich habe mich ins Internet-Cafe begeben. Einigen von Euch, nicht allen, habe ich eine eMail geschrieben und darin angekuendigt, zum Jahreswechsel einen auf Euch zu trinken. Dazu sollte es jedoch nicht kommen, da ich mich, bedingt durch bewusste Drogeneinnahme, ins Land der Traeume, Ideen, Paranoia und Halluzinationen katapultiert habe. Genauer gesagt habe ich mir von der Smile-Bar aus den Sonnenuntergang unten am Fluss angeschaut und nebenher ein Banana-Coconut-Shake gegoennt. Wie bereits die Tage zuvor hat es auch diesmal wieder hervorragend geschmeckt, jedoch war lag der Preis nicht bei 5.000 Kip (0.40 Cent) sondern bei horrenden 20.000 Kip (1.60 EUR). Aber dafuer war es halt kein normales Shake, sondern eben ein Happy-Shake, dem 'Marijuna' beigemixt wurde; hierzulande unter den Begriffen 'M' beziehungsweise 'something' bekannt. Dabei hat mich der Barkeeper bei meiner Happy-Shake-Bestellung noch gefragt 'You want VERY happy?' und ich daraufhin erwiderte 'No, not so happy please'. Aber es war wohl ausreichend.
Nach angeblichen fuenf Tagen und Naechten, von denen ich mich nur an jeweils vier erinnern kann, ging die Reise weiter nach Vientiane, die Hauptstadt der P.D.R. Laos. Das P.D.R. im Namen des Landes steht eigentlich fuer People's Democratic Republic. Die Touristen und Einheimischen selbst haben es jedoch umgetauft in Please Don't Rush, weil in Laos alles ein bisschen laenger dauert und das auch so sein soll. In Vientiane gab es ein paar praktische Dinge fuer mich zu erledigen. Ganz wichtig war die Visa-Verlaengerung fuer ein paar Tage, da mir der eine Monat am Ende nicht ausgereicht haette. Erledigung Nummer zwei lag in der Benutzung des Geldautomaten, um meine Bargeldbestaende nachzufuellen. Vientiane ist momentan der einzige Ort in Laos, der ueber Geldautomaten mit internationaler Ausstattung verfuegt.
Ich wuerde Euch gerne noch weiter Einblick in meine Reisetaetigkeit verschaffen, jedoch muss ich jetzt erstmal zurueck ins Hotel, langaermlige Kleidung anziehen, da ich von Mosquitos durchbohrt werde. Schoenen Gruss an Tante Malaria.