MBEYA
von MBEYA im sueden des landes gings mit dem bus richtung norden, nach IRINGA. die zwei daenen, mit denen ich in und um MBEYA rumgezogen bin, sind weitergefahren nach Malawi. ich wollte jedoch weitere visa-gebuehren vermeiden und ohnehin nur in Tanzania reisen. und so haben wir uns getrennt und jeder ging seinen eigenen weg.
die stadt IRINGA wurde zur deutschen kolonialzeit erbaut. auf einem huegel gelegen, diente sie als wichtiger knotenpunkt zwischen dem osten und dem westen des landes. in IRINGA habe ich mich zweieinhalb tage aufgehalten. es ist nicht unbedingt so, dass es hier immer viel zu entdecken oder zu sehen gibt. man haette IRINGA auch locker an einem tag erkunden koennen. ich habe mich in ein dalla-dalla (ne art vw-bus mit bis zu 15,20 leuten drin) gesetzt und bin zur nahe gelegenen steinzeit-ausgrabungsstelle gefahren, bzw habe mich dorf an der strasse absetzen lassen. dann folgte ich dem feldweg, der durch das dorf ISIMILA fuehrte, und kam nach 20 minuten bei der ausgrabungsstelle an, wo mich der guide herzlich willkommen hiess. der hatte mich naemlich vom dalla-dalla aussteigen sehen, hat dann seine arbeit auf dem feld/acker unterbrochen, sich dann anschliessend auf sein fahrrad geschwungen, mich dann ueberholt und wie gesagt, an den pforten auf mich gewartet. nicht das ich mich nun unbedingt fuer die einzelnen epochen der menschheitsgeschichte interessiere, aber wenn man schon mal in IRINGA ist, kann man auch mal in die naehere umgebung ausschwaermen. gleich neben der ausgrabungsstaette, die uebrigens nur werkzeuge und waffen, also zugeschlagene, spitze steine, aufzuweisen hatte, befand sich noch ein tal mit meterhohen sandsteinfelsen. alles in allem also ganz passabel fuer nen vormittag, schoen relaxed, entspannt, ohne touristen.
ich hab die steinzeit dann wieder verlassen, bin den feldweg zurueck gelaufen an die grosse, asphaltierte strasse und bin in richtung IRINGA zurueckgelaufen. dann kam ich bei einer polizeikontrolle vorbei. die sieht man hierzulandes sehr oft am strassenrand stehen, halten jedes fahrzeug an, kontrollieren die papiere, manchal holen sie sogar den alkoholtester raus. der polizist wollte dann, wie viele andere menschen denen ich hier im alltagsleben begegne, ein geschenk von mir. ich musste ihn aber enttaeuschen, da ich bei meinem ausritt heute nur das allernoetigste mitgenommen hatte. er hat dann einen bus angehalten, der mich mit nach IRINGA nahm.
an aktivitaeten habe ich sonst nur noch den GANGILONGA-ROCK bestiegen. das ist ein riesiger felsblock, auf den man mit ein wenig muehe raufklettern kann und anschliessend die stadt IRINGA unter sich hat.
am naechsten morgen hab ich mir kurzerhand beim duschen ueberlegt, dass ich doch noch einen weiteren tag im ort bleibe. wieso? weshalb? das ist so manches mal die frage. die antwort dazu findet man bestimmt ganz sicher auf dem GANGILONGA-ROCK. unter der dusche sind mir lediglich die folgenden argemunte eingefallen: 1) der bus ist eh schon weg 2) nochmal lecker beim inder essen gehen zu koennen 3) auch morgen frueh wieder eine heisse dusche zu haben 4) souveniers kaufen
DODOMA
DODOMA die eigentliche, die offizielle haupstadt des landes. hier ist das parlament. damit ist das aber auch schon alles. saemtliche auslaendische vertretungen, konsulate, botschaften, weitere regierungsstaebe sitzen noch immer in DAR ES SALAAM. dafuer ist es in DODOMA ubgewoehnlich ruhig. es gibt eine grosse, in jede richtung zweispurige strasse. die innenstadt ansich hat lediglich schmale, staubige unasphaltierte wege. es ist heiss, die mittagssonne brennt. mich trifft sie aber nicht, denn ich sitze im schatten, auf den treppenstufen einer moschee. habe ein buch dabei, lese nur ab und zu, beobachte vielmehr die leute und das geschehen. wie sie mit ihren schiebewagen (eine axe, so gross wie ein trabehaenger frueher) moegliche von a nach b transportieren. doch auch wenn ich lesen wollte, koennte ich das nicht, denn immerzu kommen leute zu mir, wollen alles wissen, von deutschland und europa, ueber schule, politik, wirtschaft, infrastruktur, keine ahnung, alles einfach, die guten seiten und die schlechten. mein vorurteil das ich gegenueber dieser stadt hegte, hatte sich ganz und gar nicht bestaetigt. im gegenteil, ich fuehlte mich sehr wohl zwischen den menschen dort, die mich weder bedraengt hatten noch mir irgendwas verkaufen wollten. Am naechsten tag musste ich aber doch weiter, da ich unbedingt per schiene nach SINGIDA reisen wollte und nicht per strasse, da der zug diese strecke nur zweimal pro woche faehrt.
ZUG VON DODOMA nach SINGIDA
4.800 TSH (tanzanische schilling) kostet die fahrt mit der alten kanadischen diesellok auf der noch aelteren deutschen schiene. so wie es in DODOMA endete ging es im zug weiter. dementsprechend hab ich gleich am bahnhof ein paar bekanntschaften gemacht, so dass die 9 stunden zugfahrt fuer die 248 km (sozusagen rund 30 km/h) wie im flug vergingen. ab und zu hab ich dann schon mal auf mp3-player umgestellt, insbesondere als die tanzanier in landessprache (swahili) lautstark eine debatte ueber den afrikanischen fussball abhielten. und als so die afrikanische landschaft draussen am fenster an uns vorbeizieht, fing auf einmal der ganze zug an zu lachen. das war naemlich zu der zeit, als ich meinen gerade frisch erworbenen holzkam durchs haupthaar fuhr und damit eine, fuer afrikanische verhaeltnisse wohl eher amuesante frisur hinterliess. zugfahrten sind angenhm, zumindest wenn man sie mit busfahrten vergleicht. man kann rumlaufen, den kopf aus dem fenster halten, hat relativ viel platz, es gibt keine staus (es sei denn die gleise sind mit sand ueberspuelt und das zugpersonal muss erst die gleise freischueppen...) und die leute kommen immer zu einem und wollen wie gesagt alles wissen. so habe ich letzten endes die frage gestellt: ja moegt ihr mich denn eigentlich, da ich doch ein deutscher bin und wir zur kolonialzeit hier ueber euch geherrscht hatten? na ja, sagen sie dann. das ist ja so. ihr deutschen habt hier zum beispiel den schienenverkehr eingefuehrt. ja, sage ich dann. wir haben euch doch als sklaven benutzt, oder? hhhm, sklaven nein, sagen sie. wir waren zwangsarbeiter. im eigenen land. wir durften von euch lernen, mit euch die schienen verlegen, alles das drumherum. wir haben hier keine gute ausbildung und hatten diese auch noch nie. so war es fuer uns nur gut, dass wir von euch viele sachen gelernt haben, die erfahrung, das know-how das ihr mitgebracht habt. ja sage ich, und der englaender? der war doch nach uns deutschen der naechste kolonialherr? ja, sagen sie, aber der englaender hat zum schienenbau z.b. die indischen fremdatrbeiter geholt, die sich dann hier niedergelassen haben... und so weiter, und so fort.
am ende war ich aber dennoch froh in SINGIDA angekommen zu sein. irgendwann wurde mir naemlich schlecht von dem dieselqualm, der staendig das innenleben des zuges und auch meiner lunge eroberte.
SINGIDA
in singida wollte ich einen tag und zwei naechte bleiben. es wurde jedoch nur eine nacht und kein tag. da mein guesthouse nur fuer eine nacht ein zimmer hatte, haette ich am naechsten tag ein neues guesthouse aufsuchen muessen. ind da ich in dieser ersten nacht sehr zeitig durch die unueberhoerbaren und nicht enden wollenden sprechgesaenge der moscheen geweckt worden bin, habe ich die chance genutzt und den ersten bus nach KATESH genommen.
und darueber berichte ich das naechste mal.