Hallo Leute.
Hier die ungefaehre deutsche Ausgabe von TWO WEEKS BURMA. Muss mich entschuldigen dass ich kein Bild angehaengt habe, aber das Internet-Cafe hier in Laos (jawoll, bin heute in Laos eingereist. es geht voran) hat es einfach nicht zugelassen. Aber, Schmerz beiseite, das Foto waere eh nicht der Hit gewesen. Also von der warte her nix verpasst.
Ich habe mich also auf den Weg gemacht. Von Mae Sai (Thailand) aus habe ich am 29. November 2005 die Grenze ueber den Mae Sai River ueberquert und befand mich fuer kurze Zeit, als ich so auf der Bruecke stand, im Niemandsland, inmitten zweier Welten; zwischen dem westlich orientierten Thailand und Myanmar (Burma), einem Land das eher Entwicklungslandniveau aufweist.
Nach einer Weile auf der Bruecke habe ich mich dann aber doch wachgeruettelt und bin in Richtung Myanmar Immigration Office losgezogen. Habe dort meinen Reisepass mit Visa vorgezeigt, Schriftkram ausgefuellt, Stempel rein, zick zack, schon war ich in Tachileik (Myanmar). Als naechstes habe ich mir dann ein Flugticket ins Landesinnere besorgt, weil die Moeglichkeit mit dem Bus ueber Land von der Grenze ins Landesinnere zu reisen wird von der burmesischen Regierung nicht gestattet.
Der Flughafen in Tachileik ist nicht viel groesser als der in Reinsdorf. Ich denke mal, das hier zwei bis drei Maschinen taeglich starten und landen. Auf das Flughafengelaende darf man erst 2 Stunden vor Abflug, und auch nur gegen Vorlage des Reisepasses, Visas und des Flugtickets. Mannomann. Am Ende geht aber doch alles gut und die zweimotorige Propellermaschine landet, wenn auch etwas zu schnell und mit ein wenig Geschaukel (links-rechts-links-rechts, ich dachte jeden Moment ueberholt uns das Heck...), in Heho, Zentral-Burma.
Erster touristischer Anlaufpunkt fuer mich war Inle Lake. Dieser See wird im Osten und im Westen von zwei Bergketten eingeschlossen. Die Menschen, die hier wohnen, leben seit Jahrhunderten von und mit dem See. Ihre Doerfer reichen weit in den See hinein. Die Haeuser sind demnach auf Holzpfaehlen gebaut, ebenso die Schulen, Kloster, die Schmiede, die Zigarren- oder Textilfabrik (also es ist nicht gleich eine grosse Fabrik mit rauchendem Schornstein oder so, aber eben eine Art groessere Werkstatt). Ja selbst fuer den Gemueseanbau haben sie schwimmende Gaerten errichtet/erfunden. Und so baut man die Tomatenpflanzen halt auf die Schwimmpflanzen/Teichpflanzen oben drauf.
Anlaufpunkt numero zwo sollte Kalaw gewesen sein. Von Inle Lake bis Kalaw sind es ungefaehr 2 einhalb Stunden Fahrt. Nun kann man entweder ein Taxi nehmen. Das geht schneller, ist teuer und ziemlich langweilig. Oder man waehlt die Abenteurervariante, die da besagt, dass man auf den ersten Pick Up mitfaehrt, der einen bis vor zur Kreuzung bringt. Und von dort aus wartet man geschmeidig auf den naechsten Pick Up der in Deine Richtung faehrt. Und weil es ja nicht umsonst heisst 'Abenteurervariante' sitzt man zusammen mit den Locals oben auf dem Dach des Pick Ups und laesst sich dann so richtig schon vollstauben vom eigenen und entgegenkommenden Fahrzeug. In Kalaw angekommen hiess es dann fuer die naechsten zwei Tage Trekking-Tour in den Bergen bzw Huegeln. Fuer die Nacht war dann eine Unterkunft in einem kleinen Bergkloster angesagt. Beim Trekking selbst begegnen einem dann wieder zahllose Oxenfuhrwerke, wie schon die Tage zuvor in Inle Lake.
Weiterer Hoehepunkt und kroenender Abschluss von 'Burma 2005' wurde dann durch Bagan gestaltet. Bagan ist eine kleine Stadt, am Ayewaddy River gelegen, die ueber dutzende Jahrhunderte alter Tempel verfuegt, viele davon ueber 800 bis 1000 Jahre alt, zum Teil gut erhalten. Wuerde die Unesco in Myanmar ein Kulturerbe vergeben duerfen, waere es Bagan. Die Tempel und Ruinen erstrecken sich ueber ein Gelaende von 40 qkm, also vielleicht von Rietdorf nach Niendorf, hinten lang Kartoffellagerhaus, Schwebendorf lang. Rosenburg, Zagelsburg, Gebersdorf und Feldweg nach Rietdorf zurueck. Nachteilig ist jedoch, dass es mindestens doppelt so viele Souvenirverkaeufer als Tempel gibt. Aber da muss man halt ruhig bleiben und die Sache locker sehen, weil man ja weiss, dass diesen Menschen nichts anderes uebrig bleibt als den Touristen hinterherzulaufen, denn ihr Staat laesst sie im Stich. Der investiert lieber in Militaers, die wiederum die Menschen in Schach halten.
Mit Nightlife war in Burma nicht viel. Soweit ist der Tourismus noch nicht. Da ist Thailand, speziell Bangkok oder Chiang Mai, natuerlich ganz was anderes.
Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, ob ich in Burma einreisen sollte oder nicht. Es ist ein Land, das von einem Militaerregime regiert wird; ein Land, welches gegen die Menschenrechte verstoesst. Bereits vor der Einreise war mir bewusst, dass ich es manchmal nicht vermeiden kann, mit meinem Geld das Militaerregime zu unterstuetzen, z.B. dann, wenn ich diverse Eintrittskosten fuer Nationalparks, Zugtickets, Bootstickets usw. bezahlen muss. Dieses Geld fliesst direkt in die Taschen der Regierung, die es halt zum groessten Teil in MIlitaerausgabn investiert statt in infrastrukurelle Massnahmen. Letzten Endes bin ich dann doch nach Burma gereist, weil ich damit den Menschen doch irgendwie helfe. So habe ich, wenn immer moeglich, private Gaesthaeuser und Lokale aufgesucht, den unbequemen, stinkigen, staubigen, lauten Bus statt den komfortablen Zug genommen usw.
Fuer weitere Infos zu Burma bitte nachschauen unter
humanrightswatch.org bzw
http://hrw.org/english/docs/2005/01/13/burma9826.htm