December 25, 2005

Froehliche Weihnacht aus Laos

urwald trasse.JPG

Seit dem letzten Logbuch-Eintrag sind bereits wieder an die zehn Tage vergangen. Derweil habe ich mich weiter ins Landesinnere hervorgearbeitet, einige Dutzend Stunden Bus- und Bootsfahrten auf mich genommen.

In Laos eingereist bin ich am 13. Dezember per Boot von Chiang Kong (Thailand) nach Houay Xai (Laos). Dort sollte ich den Mekong das erste Mal ueberqueren. In Houay Xai traf ich dann einen Italiener, Fabrizio. Mit ihm reise ich aktuell immer noch zusammen, einigen uns irgendwie immer auf die gleiche Route. Passt alles. Wir nehmen den naechsten Bus nach Vieng Phoukhua, ca 150km weiter nordoestlich, und kommen nach unglaublichen 10 Stunden Busfahrt am Zielort an. Im Bus lernen wir dann noch Siggi und Amonrat kennen, auch sie haben fuer die naechsten paar Tage die ungefaehre gleiche Reiseroute, und so sind wir von nun an zu viert. Schon wieder passt alles.

Die Strecke von Houay Xai ueber Vieng Phoukhua nach Luang Nam Tha soll noch vor wenigen Jahren eine sehr selten benutzte Verbindung gewesen sein, eher einem Feldweg aehnlich, die durch vertraeumte, malerische Ortschaften fuehrte. Seit kurzem rollen hier jedoch die Laster, Ketten- und Baufahrzeuge heran, die sich daran zu schaffen machen, eine Trasse quer durch den Urwald zu bauen. Diese Trasse soll dann als Handelsstrasse zwischen China und Thailand fungieren, weswegen sie auch von den Regierungen jener Laender finanziert wird. Ist halt nur ein wenig schade, dass diese Trasse durch unberuehrten Regenwald fuehrt, sogar noch durch einen ausgeschriebenen Nationalpark. Oben drauf lassen sich dann noch Travel agencies nieder, die grossartig mit Eco Tourismus werben. Auf den vielen Stunden Busfahrt entlang dieser Mega-Baustelle, vorbei an gerodeten Waldflaechen, begradigten Wegabschnitten, halb weggesprengten Felsen, umgekippten LKWs usw, wurde mir bildlich klar, dass hier die chinesische Walze anrollt. Eine nicht mehr aufzuhaltende Grossmacht, die, wenn unsere Politiker zu Hause nicht aufpassen, auch ueber Europa herfaellt.

Nach einem Tag Verschnaufpause in Vieng Phoukhua, wo wir u.a. ein schweitzer Paar getroffen haben, das bereits seit ueber drei Jahren die Kontinente unseres Planeten per Motorad (KTM LC4) erkunden und so manche Story zu berichten wussten, ging es weiter nach Luang Nam Tha. Da es in Laos keine Geldautomaten gibt, habe ich erstmal ein paar thailaendische Baht aus meiner Cash-Reserve hervorgezueckt und mich im Handumdrehen zum Millionaer befoerdert. Fuer 1.000 Baht gibt es 265.000 Kip, fuer $1 US gibt es sage und schreibe 10.700 Kip - WOW!! Schon nach ein paar Tagen ist von dieser Million jedoch nicht mehr uebrig geblieben als die Plastiktuete, in der ich den Batzen Scheine herumgeschleppt hatte. Noch am selben Tag gings weiter nach Udom Xai. Abends angekommen, am naechsten Morgen Reise gleich wieder fortgesetzt nach Muang Khua, noch weiter noerdlich. Mittagsstunde dann endlich am Ziel. Nach sich ewig hinziehenden Busfahrten, Feldweg und Schotterpiste, habe ich die Schnauze voll von dieser Art des Reisens und freue mich auf die nahe Zukunft, wo erstmal relaxen angesagt ist, und wenn Weiterreise, dann nur per Boot.

Muang Khua ist wie gesagt ziemlich weit im Norden von Laos. Abends und in der Nacht wurde es hier bitter kalt. Also nix mit 'Ja, ja - dem europaeischen Winter entkommen und stattdessen in Suedostasien rumreisen'. Sued muss noch lange nicht warm bedeuten... Muang Khua selbst besteht aus zwei Orten, getrennt durch einen Fluss, verbunden durch eine Haengebruecke. Instruktur sehr gering, heisses Wasser ist mir nicht begegnet, dafuer aber 3 Stunden Strom pro Tag. Tele..., Tele..., was? Telefon? He? Internet!? - Kann man das essen? Und so blieb halt netto mehr Zeit fuer so Sachen wie z.B. mit Siggi zusammen den selbstgebrannten Lao Lao zu probieren oder Fussball mit den Locals zu spielen.

Ein paar Monde spaeter hat sich unsere Karawane dann wieder ganz langsam in Bewegung gesetzt und so sind wir per Boot den Nam Ou River runter bis hin nach Muang Ngoi. Hier war alles auf einmal viel mehr auf Tourismus aufgemacht. Eine kleine Hauptstrasse gibt es, in der Local an Local gereiht ist. Das Speisenangebot ist viel reicher, und die Preise demnach gesalzener. Trotzallem verteilten sich die hundert Touristen doch recht ordentlich auf die 18 Guesthouses. Bleibt die Frage, wie viele dieser Guesthouses davon ueberleben?! Also wenns ihr da mal in Laos seid, dann halt unbedingt in Muang Ngoi Rast machen. Absolut traumhaft am Fluss gelegen, entspannte Atmosphaere, Klima tagsueber ziemlich warm (abends ist jedoch ein Schlafsack sehr ratsam oder eben ein dementsprechender Verbrauch von Lao Lao). Eine Schule gibts hier auch. Die habe ich sogar besucht. Und Schueler gabs da. Und die wollten richtig Schule machen. Doch der Lehrer kam an diesem Tag nicht. Naja, dann hab ich halt mal fuer ne viertel Stunde vorne gestanden und ein wenig rumpalabert. Immer mehr Kinder kamen dann rein in den Klassenraum. Und alle haben zugehoert. Nur ab und zu leises Getuschel, 'Ah, Falang. Falang.' (bedeutet: Auslaender). Da ich mir aber sicher war, das keiner von denen auch nur ein Wort versteht von dem was ich da von mir gebe, habe ich die Kreide wieder in den Kreidekasten gelegt und mich mit den Worten ''Bye bye' verabschiedet. Das kannten dann wiederum alle... Ausser Schule kann man in Muang Ngoi noch Trekking bis ins naechste Dorf machen, wo man auf dem Weg erstmal 15 oder 20 mal die Schuhe ausziehen muss, weil der Pfad durch den Fluss fuehrt. Im Dorf angekommen wird man vom Chief (eine Art Dorfaeltester, musste Dir vorstellen Nachbar-Lutze-Verschnitt) begruesst und umgehend zum Lao Lao eingeladen. Immer wieder Lao Lao, dieser Reisschnaps verfolgt mich nun schon seit Tagen.

Vorgestern bin ich dann endlich in Luang Prabang angekommen, nach einer weiteren Bootsreise auf dem Nam Ou, der sich irgendwann dem Mekong untergeordnet hatte. Hier in Luang Prabang ist auf einmal alles anders als die Tage zuvor. 24 Stunden Strom, 24 Stunden Hot Shower, Internet, nach Hause telefonieren, Gehsteige, Italian Restaurant, Baguettes, Nightmarket (ich liebe Nightmarket, da kann man so schoen Preise verhandeln mit den Verkaeufern - wie im Mittelalter), angenehmes Wetter tags wie nachts und vor allem herrscht hier Weihnachtsstimmung. Die Restaurants hier haben sich voll auf die Touristen aus den christlichen Laendern eingerichtet und dekorieren ihre Lokale und Strassen dementsprechend.

Morgen werden wir mit Fabrizio Luang Prabang verlassen und uns in Richtung Phonsavan begegnen. Dort wird es dann noch mal so richtig kalt, 5 Grad in der Nacht. Und von dort an begebe ich mich in waermere Breitengrade und werde somit meinen Kleiderbestand minimieren (warme Klamotten an die Einheimischen verteilen).

Heute ist 1.Weihnachtsfeiertag. Wir werden wahrscheinlich zum Italiener essen gehen, wenn auch expensive, aber es ist ja Weihnachten. Sowieso treffe ich auf meiner Reise durch Asien immer die selben Leute wieder, die Reiserouten kreuzen sich halt bzw sind sogar dieselben. Nach dem Essen will ich dann zum Nightmarket, mal sehen ob ich ein paar Souvenirs fuer Euch ergattern kann.

Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr (fuer Euch ins Jahr 2006, fuer mich und alle anderen Laos-Reisenden ins Jahr 2638).

Das Bild zeigt uebrigens einen Abschnitt dieser Highway-Trasse naehe Luang Nam Tha.

Posted by Sascha at 08:46 AM | Comments (0)

December 13, 2005

2 WOCHEN MYANMAR (BURMA)

Hallo Leute.

Hier die ungefaehre deutsche Ausgabe von TWO WEEKS BURMA. Muss mich entschuldigen dass ich kein Bild angehaengt habe, aber das Internet-Cafe hier in Laos (jawoll, bin heute in Laos eingereist. es geht voran) hat es einfach nicht zugelassen. Aber, Schmerz beiseite, das Foto waere eh nicht der Hit gewesen. Also von der warte her nix verpasst.

Ich habe mich also auf den Weg gemacht. Von Mae Sai (Thailand) aus habe ich am 29. November 2005 die Grenze ueber den Mae Sai River ueberquert und befand mich fuer kurze Zeit, als ich so auf der Bruecke stand, im Niemandsland, inmitten zweier Welten; zwischen dem westlich orientierten Thailand und Myanmar (Burma), einem Land das eher Entwicklungslandniveau aufweist.

Nach einer Weile auf der Bruecke habe ich mich dann aber doch wachgeruettelt und bin in Richtung Myanmar Immigration Office losgezogen. Habe dort meinen Reisepass mit Visa vorgezeigt, Schriftkram ausgefuellt, Stempel rein, zick zack, schon war ich in Tachileik (Myanmar). Als naechstes habe ich mir dann ein Flugticket ins Landesinnere besorgt, weil die Moeglichkeit mit dem Bus ueber Land von der Grenze ins Landesinnere zu reisen wird von der burmesischen Regierung nicht gestattet.

Der Flughafen in Tachileik ist nicht viel groesser als der in Reinsdorf. Ich denke mal, das hier zwei bis drei Maschinen taeglich starten und landen. Auf das Flughafengelaende darf man erst 2 Stunden vor Abflug, und auch nur gegen Vorlage des Reisepasses, Visas und des Flugtickets. Mannomann. Am Ende geht aber doch alles gut und die zweimotorige Propellermaschine landet, wenn auch etwas zu schnell und mit ein wenig Geschaukel (links-rechts-links-rechts, ich dachte jeden Moment ueberholt uns das Heck...), in Heho, Zentral-Burma.

Erster touristischer Anlaufpunkt fuer mich war Inle Lake. Dieser See wird im Osten und im Westen von zwei Bergketten eingeschlossen. Die Menschen, die hier wohnen, leben seit Jahrhunderten von und mit dem See. Ihre Doerfer reichen weit in den See hinein. Die Haeuser sind demnach auf Holzpfaehlen gebaut, ebenso die Schulen, Kloster, die Schmiede, die Zigarren- oder Textilfabrik (also es ist nicht gleich eine grosse Fabrik mit rauchendem Schornstein oder so, aber eben eine Art groessere Werkstatt). Ja selbst fuer den Gemueseanbau haben sie schwimmende Gaerten errichtet/erfunden. Und so baut man die Tomatenpflanzen halt auf die Schwimmpflanzen/Teichpflanzen oben drauf.

Anlaufpunkt numero zwo sollte Kalaw gewesen sein. Von Inle Lake bis Kalaw sind es ungefaehr 2 einhalb Stunden Fahrt. Nun kann man entweder ein Taxi nehmen. Das geht schneller, ist teuer und ziemlich langweilig. Oder man waehlt die Abenteurervariante, die da besagt, dass man auf den ersten Pick Up mitfaehrt, der einen bis vor zur Kreuzung bringt. Und von dort aus wartet man geschmeidig auf den naechsten Pick Up der in Deine Richtung faehrt. Und weil es ja nicht umsonst heisst 'Abenteurervariante' sitzt man zusammen mit den Locals oben auf dem Dach des Pick Ups und laesst sich dann so richtig schon vollstauben vom eigenen und entgegenkommenden Fahrzeug. In Kalaw angekommen hiess es dann fuer die naechsten zwei Tage Trekking-Tour in den Bergen bzw Huegeln. Fuer die Nacht war dann eine Unterkunft in einem kleinen Bergkloster angesagt. Beim Trekking selbst begegnen einem dann wieder zahllose Oxenfuhrwerke, wie schon die Tage zuvor in Inle Lake.

Weiterer Hoehepunkt und kroenender Abschluss von 'Burma 2005' wurde dann durch Bagan gestaltet. Bagan ist eine kleine Stadt, am Ayewaddy River gelegen, die ueber dutzende Jahrhunderte alter Tempel verfuegt, viele davon ueber 800 bis 1000 Jahre alt, zum Teil gut erhalten. Wuerde die Unesco in Myanmar ein Kulturerbe vergeben duerfen, waere es Bagan. Die Tempel und Ruinen erstrecken sich ueber ein Gelaende von 40 qkm, also vielleicht von Rietdorf nach Niendorf, hinten lang Kartoffellagerhaus, Schwebendorf lang. Rosenburg, Zagelsburg, Gebersdorf und Feldweg nach Rietdorf zurueck. Nachteilig ist jedoch, dass es mindestens doppelt so viele Souvenirverkaeufer als Tempel gibt. Aber da muss man halt ruhig bleiben und die Sache locker sehen, weil man ja weiss, dass diesen Menschen nichts anderes uebrig bleibt als den Touristen hinterherzulaufen, denn ihr Staat laesst sie im Stich. Der investiert lieber in Militaers, die wiederum die Menschen in Schach halten.

Mit Nightlife war in Burma nicht viel. Soweit ist der Tourismus noch nicht. Da ist Thailand, speziell Bangkok oder Chiang Mai, natuerlich ganz was anderes.

Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, ob ich in Burma einreisen sollte oder nicht. Es ist ein Land, das von einem Militaerregime regiert wird; ein Land, welches gegen die Menschenrechte verstoesst. Bereits vor der Einreise war mir bewusst, dass ich es manchmal nicht vermeiden kann, mit meinem Geld das Militaerregime zu unterstuetzen, z.B. dann, wenn ich diverse Eintrittskosten fuer Nationalparks, Zugtickets, Bootstickets usw. bezahlen muss. Dieses Geld fliesst direkt in die Taschen der Regierung, die es halt zum groessten Teil in MIlitaerausgabn investiert statt in infrastrukurelle Massnahmen. Letzten Endes bin ich dann doch nach Burma gereist, weil ich damit den Menschen doch irgendwie helfe. So habe ich, wenn immer moeglich, private Gaesthaeuser und Lokale aufgesucht, den unbequemen, stinkigen, staubigen, lauten Bus statt den komfortablen Zug genommen usw.

Fuer weitere Infos zu Burma bitte nachschauen unter
humanrightswatch.org bzw
http://hrw.org/english/docs/2005/01/13/burma9826.htm

Posted by Sascha at 11:17 AM | Comments (0)

December 12, 2005

two weeks burma

bagan.JPG

Good afternoon.

Last time you've heard from me I was about to enter Myanmar (Burma) in order to try to get a flight into the inner country since overland travel is not permitted in certain areas. Well, in the end I got a flight to Heho, central Burma, and travelled through remote as well as touristy areas.

Today, 12th december, I have finished my Burma trip and got back to Thailand for a short time.

Spending two weeks in Burma I have only seen a few parts of it. Its a very rich country, rich of natural ressources, rich in terms of diversity of its landscapes, its history is over a thousand years old.
BUT on the other hand Burma is a god damn poor country too, considering its people. Only a very few number of people are car owners, instead the most used vehicles are the bicycle, the horse cart or the ox cart. The majority of the burmese people earn their money with agriculturing, others have regular jobs like teacher or so. And a teacher for instance earns 10.000 Kyat (about 8 Euro) per month.

When I crossed the bridge over the Mae Sai River from Thailand to Burma I had to adjust my watch 30 minutes back in time as Burma lies a bit further west of Thailand, accordingly the sun rises half an hour later... But considering the lifestyle of those two asian countries it seems as if the clock in Burma just stopped ticking half a century ago, just like that from one second to the other. As mentioned above agriculture is still the main source of income; and horse and ox carts rule the road, besides hopelessly overloaded pick up trucks.

What makes me really sick is the fact that all the bigger amounts of money I spent in Burma (bigger amounts are, for example, 50 US for the Visa, 10 US entrance fee here, another 10 US entrance fee there, and so on; still 100 US is not really much but for them it is a huge amount of money) straight goes to the corrupt pockets of the Myanmar government rather than into the hands of the people. And the Myanmar government feeds the major amount of my money into its military regime. As I was aware of this situation even before I entered the country it was a hard decision for me to enter or not to enter. Finally, I went to the the country. Of course, with some parts of my money I supported the military regime, but another part of my cash went directly to the burmese people.

==> Just in this moment the chinese guy here in the internet cafe spoke to me to make me aware of that they close in about 10 minutes. If I have some spare time in the next couple of days I might continue a bit with Burma. Otherwise you will most likely hear some Laos stories as this will be my next destination.

Posted by Sascha at 12:03 PM | Comments (0)